Fördermittel für „Klimafreundlich Wohnen“ aufgebraucht und es interessiert keinen?

Bereits 15.07.2026 also vor den Sommerferien hatte eine Reihe von Freiburger Klimaschutz Initiativen Alarm geschlagen: Die Gelder für das städtische Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ waren ausgeschöpft und ein sofortiger Antragsstopp verhängt worden.

Das Obwohl der wiedergewählte Oberbürgermeister Martin Horn, auch gegenüber dem BalkonSolar Verein versprochen hatte: 

“Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt und setzen diese konsequent um:
– Deutlicher Ausbau der Photovoltaik mit dem Ziel, die Stromerzeugung bis 2030 zu verdreifachen
– PV-Pflicht bei Dachsanierungen
– Förderprogramme wie „Klimafreundlich Wohnen“

80 Tage später war dann das Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ und damit die Steckersolarförderung für Mieter:innen vorbei und natürlich auch die kostenfreie Energieberatungen und Hilfen zur Sanierung der Gebäudehülle. Es kam ein Hitzesommer mit schätzungsweise rund 16.300 hitzebedingte Sterbefällen und eine sich verschlimmernde Energiekrise durch Trumps Angriffskrieg gegen den Iran.

Die Stadtverwaltung sieht keine Möglichkeit etwas zu machen.

Bereits am 20.7. stand das auch in der Zeitung: “Die Stadt Freiburg verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein. Für dieses Jahr sind die Mittel für das städtische Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ vollständig ausgeschöpft.”

Am 18.9. fasste die Badische Zeitung die Kritik daran auch schön zusammen: “das treffe auch einkommensschwache Haushalte, die sich ohne Förderung auch keine Balkonsolaranlage leisten könnten. Vergangenes Jahr waren 264 solcher Anlagen über das Programm gefördert worden, im Vorjahr gar 550. Auch die Gemeinderäte hatten vom Stopp des Programms ohne große Vorlaufszeit erfahren. Die SPD hatte noch schnell Zahlen und Hintergründe eingefordert, die Grünen argwöhnen, dass hier ausgerechnet Klimaschutz erstes Opfer des Sparkurses werde,…”

Dazu gab es dann Rückmeldungen aus den Fraktionen: Die SPD wartet auf die Haushaltsberatungen. Eine Stadt für alle verweist auf eine Anfrage und von den Grünen oder CDU hat man dazu bisher nichts gehört. 

Steckersolar bei der FSB

Diese Anfrage ist interessant. Kommen da nämlich auch Zahlen raus, die die Steckersolar Verhinderungstatik der Stadtbau und sogar deren Verhinderungsauflagen konkret benennen. 

Jahrinsgesamt geförderte AnlagenBei der FSB
20245501
20252633
20261007

2025 hat die FSB noch in einem Projekt 30 Anlagen montieren lassen und das auch komplett gefördert bekommen. Dieses Verhältnis ist beschämend, bekamen ja nur Mieter eine Förderung. Von den 130.000 Wohnungen in Freiburg, sind immerhin ca 10.000 bei der FSB. 

Unter Antwort 5 der Anfrage kommt dann auch raus, dass die FSB bzw. die Stadtverwaltung am 04.08.2026, nach wie vor auf der rechtlich nicht haltbaren Anbringung durch einen Fachunternehmer bestehen, was die Kosten auf ca 1000 EUR treibt. Man rühmt sich aber die nicht haltbaren Auflagen wie:  

Die Übernahme der Kosten des E-Checks durch die Mietpartei ist entfallen,
Die einzuspeisende Strommenge wurde an die gesetzliche Höchstgrenze von max. 800 Watt angepasst
Der unter PV-Strom stehende Stromkreis muss in der Wohnungs-Unterverteilung gekennzeichnet sein.
Der Mieter verpflichtet sich mit Unterschrift die sichere Befestigung der PV-Balkon-Solaranlage durch einen Fachhandwerker turnusmäßig überprüfen zu lassen
Die Vorgabe einer Höhe der Deckungssumme bei der Privathaftpflichtversicherung” 

Nicht mehr einzufordern. Wohl gemerkt alles Vorgaben bei denen Gerichte in der Vergangenheit entschieden haben, dass die rechtlich nicht haltbar sind. Übrigens der Fachunternehmer auch nicht.

Wir sind gespannt, wie sich das auch auf unser geplantes Projekt mit dem Mieterbeirat auswirken wird.

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