Derzeit bringen die großen Hersteller unterschiedliche “Midi-Solar-Systeme” auf den Markt. Anlagen, die von der Größe deutlich über einem Steckersolargerät nach Norm liegen, aber kleiner sind als eine “große” Dachanlage, wie man sie heute üblicherweise baut.
Solche Systeme kommen derzeit etwa von Anker mit der Solarbank 4 E5000 Pro:
5000 Watt Solareingang, 5 kWh Speicher, 800 Watt (ohne Elektriker) oder 2500 Watt Ausgang ans Hausnetz mit Elektriker, “Notstromsteckdose”, erweiterbarer Speicher.
Aber auch von Zendure mit der Zendure SolarFlow 2400 Pro: h300 Watt Solareingang, 2,4 kWh Speicher, 800 Watt ohne Elektriker ans Hausnetz (ob mehr möglich ist haben wir nicht gefunden), 2400 W Ausgang über Notstromsteckdose, erweiterbar.
SunEnergyXT (war mal Sunlit Solar): BK215+ von Sun Energy, 2,15 kWh Speicher, erweiterbar bis 8,6 kWh, 2 PV Eingänge mit jedem B215+ Erweiterungsakku 1 weiterer PV Eingang, bis max 4000 W PV Leistung. 800 W Einspeisung ins Hausnetz und auch größere Lasten an die “Notstromsteckdose” anschließbar.
Oder Hoymiles HiBattery 4020 AC: 4 kWh Speicher, 800 Watt Einspeisung, 2500 Watt Solar Eingang (die genauen Daten habe ich auf der Homepage nicht gefunden) und eine 2500 Watt “Notstromsteckdose”.
Wir schreiben hier “Notstromsteckdose” in Anführungszeichen, weil diese Steckdosen mehr können als im Falle eines Stromausfall reinen Notstrom für eine Lampe oder Handyladegerät zur Verfügung zu stellen. Es ist von Seiten der Hersteller eher gedacht hier direkt größere Verbraucher dauerhaft anzuschließen.
Es gibt allerdings bisher keine 230 V Fensterdurchführungskabel. In der Regel stehen die Steckerspeicher-Geräte wahrscheinlich draußen, so dass man zum Anschluss der Waschmaschine oder eines Klimagerätes als größeren Verbraucher eine Loch in die Wand machen (lassen) müsste.
Nicht immer sind alle technischen Specs auf den Webseiten der Hersteller gut zu finden, aber vielleicht wird Bitlager Pro das bald in seine Übersichtsseite aufnehmen.
Beeindruckend sind die Preisunterschiede: Während Anlagen mit 10 kWp Leistung bei der Lieferung und Aufbau durch Solarteure schon bis zu 20.000 EUR kosten können, lagen wir bei der Referenzanlage mit 5 kWp mit Wechselrichter, Einbaumaterial, Kabel und Speicher deutlich darunter.
Grundsätzlich stoßen die Pronsumer Geräte hier in eine Marktlücke oberhalb des traditionellen Steckersolargerätes vor. Das ist in der deutschen Steckersolarnorm so nicht vorgesehen, aber man darf natürlich auch Geräte betreiben, für die es keine Norm gibt.
Denn § 49 EnWG sagt nur, dass eine Vermutungswirkung besteht: Geräte, die VDE-konform sind, für die es Normen gibt, gelten erstmal als konform. Es gibt jedoch kein präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Allgemeine Regeln der Technik können auch erfüllt sein, ohne dass die VDE-Konformität geprüft wird oder Norm vorliegt.
Vielleicht kann man sich das so vorstellen: Große Dachanlage ist quasi ein Mainframe Rechner der von Experten aufgebaut werden muß, ein normales Steckersolargerät ist ein Desktop PC für Internet und Briefe schreiben und “Midi-Solar” ist die Workstation für anspruchsvolle Nutzende.
Richtigerweise habe ich hier den mobilen Einsatz, den Laptop nicht erwähnt, das wären dann eher Insel Anlagen mit einer kleinen Powerstation. Die oben vorgestellten Geräte auch immer im Inselbetrieb nutzbar sein sollten.
Wir rechnen mal durch:
| Betrag | Item | Bemerkung |
| 1.499,00 | Anker SOLIX Solarbank 4 Pro E5000 inkl. Smart Meter Gen 2 / 5 kWh | Preis laut kleines Kraftwerk Website 31.5.2026. Es gab kein Komplettpaket mit Halterung und Solarpanels. |
| 820 | 10 x JA Solar JAM60D41-500/LB | Solarpannels Exemplarisch |
| 180 | Spedition für die Solarpanels | Erfahrungswert |
| 250 | 10 x Valkbox 3 | Wir gehen mal von einem Flachdach aus. |
| 30 | Beschwerung für die Valkbox durch Terassensteine | Gibts im Baumarkt |
| 100 | Solarkabel + Kleinteile | |
| 2800 | Summe Materialkosten |
Wir rechnen damit, dass wir einen Elektriker ca. einen Tag brauchen, der uns das mitgelieferte Smart Meter in den Sicherungskasten eingebaut, die Außensteckdose ertüchtigt, etc…
Unser Elektriker des Vertrauens sagt, mit Einbau und Prüfung der Leitungen und übernahme der Verantwortung käme er auf ca 2500 EUR Kosten. Unser Elektriker des Vertrauens geht von einer komplett neuen Anlage aus, sodass er die aktuellen normativen Vorgaben berücksichtigen muss.
Macht Systemkosten von 5300 EUR.
Wir bitten zu beachten: Wir haben hier bewusst die Kosten hoch angesetzt und den Energieverbrauch des Hauses niedrig. Es ist sicherlich möglich, die Kosten durch Schnäppchen, Eigenleistung, etc… zu drücken. Wir gehen auch in unserem Beispiel davon aus, dass die Leistung des Elektrikers nicht den Aufbau umfasst.
Wir gehen davon aus, es handelt sich um ein Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe und E-Auto, mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 kWh.
Zum Strompreis: Unser Musterhaus liegt in 79110 Freiburg Lehen.
| Badenova Energie GmbH – Tarif:Ökostrom PUR | Oder die günstigeren EWS mit Ökostrom 12 |
| Arbeitspreis: 37,93 ct/kWh Grundpreis: 13,09 €/Monat Monat: 123,72 € | 32,90 ct / kWh mit 0,5 ct Förderanteil / kWh 13,90 € Grundpreis / Monat 109,86 € Monat |
| 1.484,63 € Ø pro Jahr | 1.268,30 € Jahr |
Für die Berechnung gingen wir vom güstigeren EWS Tarif aus und gaben das ganze in den https://pvtool.akkudoktor.net/ ein.
Die Ausrichtung war 90 °, daher nach Westen.
Neigung 30 ° – wir gehen von einem Flachdach mit den Valkbox 3 aus.
Wir gehen von der mitgelieferten 5kWp Batterie aus.
Wir können so was wie eine Steckdose / Notstromsteckdose, an der man direkt Geräte anschließen kann, mit dieser Software nicht simulieren, das wäre ggf. noch günstiger.
Ergebniss
Das PV Tool liefert uns:
Selbstgenutzter Strom / Jahr 2513.00 kWh
Eigenverbrauchsquote von etwas über 54%
Autarkiegrad 72 %
jährliche Ersparnis 826.78 € €
Die Amortisation der Anlage liegt bei etwas mehr als 6.41 Jahren.
Das System ist wirtschaftlich sinnvoll. Wer noch kein Solar auf dem Dach hat, kann es selbst anbringen – nicht nur auf dem Flachdach, sondern auch im Garten, am Gartenzaun, Wand, Vordach, Carport, … – für den ist das ein sinnvolles System und es wird sich schnell lohnen.
Weitere Infos
Heise Bericht zur Nutzung von Steckerspeichern mit Dachsolar: https://www.heise.de/ratgeber/Trick-17-Guenstigen-Balkonkraftwerksakku-mit-grosser-Solaranlage-kombinieren-11321596.html
