Aktiv mit und zu Steckersolar

Balkonsolar oder Steckersolar ist nicht nur eine technische Lösung für eine kleinere Stromrechnung. Anbringen  kann auch ein tolles Gemeinschaftsprojekt sein. Wer sich als Nachbarschaftsinitiative, Verein, Ortsgruppe oder lose Gruppe engagieren will, kann mit einfachen Formaten viele Menschen erreichen. Der BalkonSolar bietet Hilfe als Beratung über diese Website oder auch nach Buchung vor Ort an.

Entscheiden: In der Regel kommen nicht Hardcore Ökos zu den Veranstaltungen, sondern relativ normale Menschen, die länger am gleichen Ort wohnen werden oder zumindest das planen. Also Personen eher 50+ und Familien mit Eigentumswohnung oder Eigenheim. 

Entscheidend für jede Aktion ist die Werbung vorher. Zum einen über die Mailingliste und Ortsblätter, zum anderen auch über Plakate. Als soziales Medium scheint eher Mastodon und Bluesky als Insta zu ziehen. Vielleicht auch noch Nachbarschaftsmedien und Facebook Gruppen.

Vorträge organisieren

Ein guter Einstieg für Gruppen sind öffentliche Vorträge zu Steckersolargeräten. Dabei können Grundlagen erklärt, Vorurteile abgebaut und ganz praktische Fragen beantwortet werden: Was kostet ein Balkonkraftwerk? Wie wird es angeschlossen? Was ist erlaubt? Lohnt sich das auch für Mieterinnen und Mieter?

Dass solche Abende gut ankommen, zeigen Beispiele wie aus Freudenstadt. Dort gab es bereits 2023 einen gut besuchten Vortrag, bei dem sogar zusätzliche Sitzplätze organisiert werden mussten. Inhaltlich ging es um politische Entwicklungen, Kauf, Anschluss und Betrieb von Steckersolargeräten; außerdem wurden Fragen aus dem Publikum ausführlich beantwortet.

Mitglieder und Vorstand des BalkonSolar eV stehen für Vorträge vor Ort oder online zur Verfügung, ein übliches Vortragshonorar und Anfahrtskosten setzen wir vorraus. Unser Online Webinar System kann bis zu 100 Personen aufnehmen. Kontakt über info@balkon.solar

Für Gruppen ist das ein dankbares Format: Man braucht einen Raum, eine Person mit etwas Fachwissen – die stellen wir –  und Zeit für Fragen. Besonders hilfreich ist es, lokale Akteure einzubeziehen, etwa Energiegenossenschaften oder Umweltgruppen.

Upcycling- und Bastel-Events anbieten

Noch wirksamer werden Gruppen, wenn sie Wissen und Praxis verbinden. Ein schönes Beispiel dafür ist Kirchzarten: Dort wurde 2025 ein Infoabend mit einem Upcycling-Workshop kombiniert. Neben dem Vortrag gab es einen Samstagstermin, bei dem gemeinsam aus vorhandenen Materialien Steckersolargeräte aufgebaut wurden. Die Teilnahme umfasste Kleinteile und Solarpanels; erklärt wurde jeder Arbeitsschritt von Seminarleiter:innen und Helfer:innen.

Diese Formate verlangen aber mehr Vorbereitungszeit und sind auch mehr Aufwand. Sie lohnen sich auch dann, wenn man sie als Bildungsangebot versteht. Häufig führt die Auseianndersetzung beim Basteln dazu, dass die Leute selbst später eine größere Anlage bauen. 

Ein Musterkostenvoranschlag findet sich hier. 

Besonders sinnvoll sind diese Angebote, wenn die gebrauchten Solarpanels vor Ort sind, etwa weil sie von einer alten Anlage kommen, die erneuert wird. Ablauf: Saubermachen mit Teilnehmenden, Durchmessen, neue Stecker anbringen, Test-Aufbau Abtransport. Dafür braucht man etwa einen Vormittag oder Nachmittag. 

Zielgruppe: Technik Interessierte Bastler, eher Ökologische orientiert Menschen, aber auch Jugendliche/Schüler:inenn (vorher mit Eltern klären oder wer sonst die Geräte bekommt).

Steckersolargeräte verschenken

Eine weitere Gruppenaktivität ist das gezielte Verschenken von Steckersolargeräten. Das kann an Menschen mit wenig Einkommen gehen oder an soziale Initiativen. Das Verschenken hat einen besonderen Effekt: Es verbindet Klimaschutz mit sozialer Unterstützung. 

Statt nur über Energiewende zu reden, hilft man konkret dabei, dass jemand sofort eigenen Solarstrom erzeugen kann. Das kann man auch pressewirksam tun. Bei Verschenken an Personen mit geringem Einkommen die Regelungen aus § 84 – Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII), beachten und ggf. über einen Träger der Wohlfahrtspflege agieren. 

Verlosen

Beim Verlosen vorher abklären, ob die Empfänger:in das/die Gerät/e anbringen können und auch bereit sind, sich fotografieren zu lassen und and der Öffentlichkeitsarbeit mitzuwirken.

Ein grünes Solarpanel sichtbar aufhängen

Nicht jede Aktion muss groß sein. Manchmal reicht ein sichtbares Zeichen. Ein grünes Solarpanel am Balkon, Zaun oder auf einer Veranstaltung kann Aufmerksamkeit erzeugen und Gespräche anstoßen. 

Drum herum kann man einiges an Aktionen machen. Hinweise für die Praxis: Grüne Solarpanels kosten ca 170 EUR + Versand (kommt da bei einer Bestellung auf ca 300 EUR). Normale Panels liegen bei ca 70 EUR. Vor Bestellung prüfen, wo man die grünen Solarpanels günstig bekommt. Die Kombination mit einem extra gekauften Kleinwechselrichter (ab ca 70 EUR) und Kabel und fertig ist das Stecker Solargerät. 

Bestellmöglichkeiten, ohne das wir dafür Werbung machen wollen.

Man kann auch den Bürgermeister dazu bringen, dass er ein Solarpannel am Rathausbalkon anbringt!

Nur echt in Bad Säckingen!

Fazit

Wer als Gruppe zu Balkonsolar arbeitet, muss nicht sofort ein großes Projekt starten. Schon ein gut organisierter Vortrag, ein kleiner Upcycling-Workshop, das Verschenken eines Steckersolargeräts oder das sichtbare Aufhängen eines Solarpanels können viel bewirken. 

Das ist besonders wirksam, weil Balkonsolar stark von Nachahmung lebt. Wenn Menschen sehen, dass es in ihrer Nachbarschaft funktioniert, wächst die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.

Weitere Infos

Veröffentlicht in Alle.