Photovoltaik-Rechner im Vergleich


Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage will gut überlegt sein – besonders, wenn es um Kosten, Eigenverbrauch und Unabhängigkeit vom Stromnetz geht, egal wie ob ein Steckersolargerät oder eine Dachsolaranlage. Wir haben eine Seite die erklärt, das es sich eigentlich immer lohnt und eine Seite mit Beispielrechnungen für Speichersysteme.

BalkonSolar / Steckersolar

Für Balkon Solar Geräte gibt es zwei Rechner, die wir empfehlen können:

Den HTW Steckersolar Simulator (oben) von der Hochschule für Technik und Wirtschaft und PVTools von Andreas Schmitz aka „AkkuDoktor“
PV Tools: https://pvtools.sektorsonne.de/ hat mehr Möglichkeiten Dinge einzustellen, den eigenen Standort festzulegen und rechnet mit mehreren Vergleichsjahren, ist jedoch komplizierter zu bedienen.

Daneben gibt es auch eine Web-App mit der man leicht prüfen kann, ob der eigene Balkon sich eignet. Die BalkonSonne App, die wir in einer Herstellerunabhängigen Version anbieten und deren Entwicklung wir unterstützen.

BalkonSonne App: https://balkon.solar/news/2025/02/05/balkonsonne-app/

Dachsolar

Zwei leistungsstarke Online-Rechner bieten hier wertvolle Unterstützung: der Solarpotenzial-Rechner der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW).

Der LUBW Solarpotenzial-Rechner ist ein besonders umfassendes Tool. Er analysiert auf Basis von Laserscandaten die individuelle Dachfläche und berechnet die Wirtschaftlichkeit einer geplanten PV-Anlage – wahlweise mit Speicher, Wärmepumpe oder Elektroauto. Nutzer:innen erhalten konkrete Aussagen zu Kosten, Einsparpotenzialen und Umweltauswirkungen. Auch verschiedene Szenarien lassen sich simulieren, etwa mit schwankenden Strompreisen oder unterschiedlichem Nutzerverhalten. Besonders praktisch ist die grafische Darstellung der Ergebnisse, die den Vergleich unterschiedlicher Auslegungen erleichtert.

Solar Potential Rechner BW: https://www.energieatlas-bw.de/sonne/gebaeude/karten?activeLayer=solarkataster

Allerdings hat das Tool auch Grenzen: Die Ergebnisse werden nicht gespeichert – Nutzer:innen sollten also Screenshots oder PDFs anfertigen. Außerdem müssen die Preise manuell angepasst werden, da sich Marktpreise schnell ändern.

Für die Region Freiburg wird derzeit (Stand Juni 2025) ein Preis von 1.600 €/kWp für PV-Anlagen und 600 €/kWh für Speicher empfohlen (konservativer Preis bei durchschnittlicher Anlagengröße). Trotz kleiner Schwächen ist das LUBW-Tool ein sehr hilfreiches Instrument zur Einschätzung von PV-Projekten auf Einfamilienhäusern.

Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin.

Weniger komplex, aber dafür besonders leicht verständlich ist der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin. Hier reicht es, den Jahresstromverbrauch einzugeben, um direkt zwei zentrale Kennzahlen zu erhalten: Den Autarkiegrad (wie viel des Stromverbrauchs durch die eigene Anlage gedeckt wird) und den Eigenverbrauchsanteil (wie viel des erzeugten Stroms direkt genutzt werden kann). Das Tool eignet sich hervorragend für einen schnellen Überblick und liefert klare, grafisch aufbereitete Ergebnisse.

Der Unabhängigkeitsrechner der HTW: https://solar.htw-berlin.de/rechner/unabhaengigkeitsrechner/

Im Vergleich zum LUBW-Rechner verzichtet der HTW-Rechner jedoch auf eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und verwendet Durchschnittswerte. Auch individuelle Gegebenheiten wie rechtliche Einschränkungen, besondere Verbrauchsarten oder technische Details im Haus bleiben außen vor. Wer allerdings eine erste Idee davon bekommen will, wie sich PV und Speicher auf die eigene Stromversorgung auswirken könnten, wird hier fündig.

Ergänzt werden die beiden Hauptrechner durch weitere hilfreiche Tools. So zeigt etwa die Website sonnenverlauf.de den Sonnenstand im Tagesverlauf an – wichtig für Verschattungsanalysen. Die App balkonsonne.app richtet sich an Nutzer:innen von Stecker-Solargeräten, also Mini-PV-Anlagen auf dem Balkon.

Auch viele lokale Energieagenturen, Verbraucherzentralen und Universitäten bieten eigene Rechner oder Informationsseiten an, die in der Regel verlässlich und unabhängig sind.

Insgesamt zeigt sich: Digitale Tools zur PV-Planung sind wertvolle Einstiegshilfen. Sie liefern belastbare Zahlen und gute Vergleichsmöglichkeiten – ersetzen aber keine Fachkenntnisse oder individuelle Beratung.

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