Angriff auf Aufdach Anlagen

Das Bundeswirtschaftsministerium plant laut einem internen Entwurf Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz, die vor allem kleine Solaranlagen auf privaten Dächern betreffen würden.

Vorstand Sebastian Müller ordnet bei Radio Dreyeckland GasKathis Leaks gegen kleine Solaranlagen, Netzpaket Wärmepumpen und Erneuerbare Energien zusammen und ordnet folgen für Häuslebauer (Solar teurer, Amortisiert sich langsamer), Handwerk (Jobs weg) & Mieter (Heizung teurer) und Klimaziele (verfehlt) ein. (Nachhören)

Anlagen unter 25 kW sollen künftig keine Einspeisevergütung mehr erhalten – dabei ist das keine Subvention, sondern nur ein Vermarktungsmechanismus und müssten selbst Abnehmer für ihren Strom finden, statt dass Netzbetreiber ihn automatisch abnehmen.

„Nach § 20 EEG 2023 wird auch der Strom aus kleinen Photovoltaikanlagen bereits heute über die Strombörse vermarktet. Die Vermarktung übernehmen bislang die Netzbetreiber treuhänderisch. (…) Der Mechanismus wirkt damit wie eine gesetzlich abgesicherte Preisuntergrenze mit Clearing über das EEG-Konto, stellt aber keinen direkten Zuschuss aus dem Bundeshaushalt dar. (…) Liegt der Börsenstrompreis unter der garantierten Mindestvergütung, wird die Differenz aus dem EEG-Konto ausgeglichen. Liegt der Marktpreis über der Mindestvergütung, entsteht ein Überschuss. (…) Die größten Kostenpositionen stammen weiterhin aus Altanlagen der Jahre 2006 bis 2012 mit sehr hohen Vergütungssätzen von teils über 50 ct/kWh. Diese langfristigen Verpflichtungen laufen nach 20 Jahren planmäßig aus“
Quelle: https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-39549-solar-mythos-der-katherina-reiche-warum-die-fixe-einspeiseverguetung-fuer-solaranlagen-keine-klassische-subvention-ist

Für Anlagen unter 7 kW soll zudem eine Smart-Meter-Pflicht eingeführt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Außerdem sollen Solaranlagen nur noch maximal 50 % ihrer Leistung ins Netz einspeisen dürfen; der Rest müsste selbst genutzt oder gespeichert werden.

Für größere Anlagen über 25 kW ist geplant, die bisher gestaffelten Förderungen durch einen einheitlichen Fördersatz zu ersetzen. Dies könnte große Solarparks von Konzernen gegenüber kleineren gewerblichen Anlagen bevorzugen.

Balkonkraftwerke sind von mehreren der geplanten Einschränkungen ausgenommen.

Damit dürfte dann fast keiner mehr eine Solaranlage auf sein Dach bauen und in der Branche massiv Arbeitsplätze abgebaut werden.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solarenergie-katherina-reiche-plant-massive-einschnitte-fuer-dachanlagen-a-c2ecdd35-3496-44fa-9e1e-e55bb1de74b5

Weitere Artikel:

Die Streichung der kleinen PV-Förderung im EEG-Entwurf reiht sich in ein Muster ein, das unter Wirtschaftsministerin Reiche erkennbar wird: Während die fossile Infrastruktur – Gaskraftwerke, LNG-Terminals – mit enormem politischen Elan vorangetrieben wird, wird der dezentrale Erneuerbaren-Ausbau systematisch gebremst.
Die Einspeisevergütung ist nicht perfekt. Ja, sie kostet Geld. Ja, der PV-Zubau braucht eine intelligentere Steuerung. Aber die Lösung kann nicht sein, das erfolgreichste Instrument der Bürgerenergiewende ersatzlos zu streichen, bevor eine funktionsfähige Alternative existiert. Die Direktvermarktung für kleine Anlagen ist technisch und wirtschaftlich nicht marktreif – das bestätigen selbst Befürworter einer Reform.
Aus: https://www.cleanthinking.de/reiche-eeg-entwurf-verguetung-pv-2027/

Gute Zusammenfassung im PV Magazin: „Bei privaten Dachanlagen will das Bundeswirtschaftsministerium den Fokus auf Eigenverbrauch ausrichten und die Einspeisevergütung komplett streichen. Für Photovoltaik-Anlagen ab 25 Kilowatt soll die Direktvermarktung verpflichtend werden, wie aus dem Referentenentwurf des Ministeriums hervorgeht. Er enthält auch neue Elemente wie die förderfreie Veräußerungsform der Netzbetreiberabnahme. Zudem ist eine dauerhafte Kappung der Einspeiseleistung auf 50 Prozent für kleinere Anlagen vorgesehen“ / Quelle https://www.pv-magazine.de/2026/02/27/geleakter-eeg-entwurf-abschaffung-der-solarfoerderung-fuer-photovoltaik-anlagen-bis-25-kilowatt/

Branchenreaktionen: Keiner findet es gut, wer es im Detail lesen will: https://www.pv-magazine.de/2026/02/27/reaktionen-auf-den-geleakten-eeg-referentenentwurf/

„sprachen gar vom „Solarhammer“ und tappten damit zielsicher in Reiches aufgestellte Falle: Das Narrativ, private Photovoltaik auf dem Hausdach lohne sich nicht, soll sich verbreiten – genau darum scheint es zu gehen. Wenn sich das herumspricht, sinkt die Nachfrage, die Installationsbetriebe bauen Kapazitäten ab, verschwinden vielleicht vom Markt. Dezentrale Photovoltaik in Bürgerhand wird weniger, Geld mit Sonnenstrom verdienen vermehrt große Betreiber, die Solarparks bauen.
Wahr ist dagegen: Eine private PV auf dem Eigenheim lohnt sich unabhängig von der Einspeisevergütung. Sie muss nur so ausgelegt sein, dass sie sich über den Eigenverbrauch mit heutigen oder erwarteten Strombezugskosten rechnet.“
https://www.heise.de/meinung/Die-Solarfalle-der-Katherine-Reiche-11193734.html

Heizungsgesetz

Correctiv checkt die Myten der Regierung zum Heizungsgesetz: https://correctiv.org/aktuelles/klimawandel/2026/02/27/heizungsreform-heizungsgesetz-2026-regierungsaussagen-im-check/

Volksverpetzer fasst es gut zusammen: „Wenn sich Vermieter keine Gedanken darüber machen müssen, wie teuer Heizen mit Gas in den nächsten Jahren sein wird, weil das eh die Mieter zahlen, ist es kurzfristig und egoistisch für sie günstiger, die Kostenfalle Gasheizung anzuschaffen.“ https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/heizungsgesetz-erhoeht-nebenkosten/

Institut der Deutschen Wirtschaft, nicht gerade besonderer Ökoansichten verdächtig, warnt vor einer Grüngasquote – vor allem wegen der potentiellen Kosten für Verbraucher:https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/ralph-henger-malte-kueper-zwei-personen-haushalte-muessten-jaehrlich-350-euro-mehr-zahlen.html und DLF Interview dazu https://www.deutschlandfunk.de/neues-heizungsgesetz-teuer-fuer-mieter-und-falscher-anreiz-malte-kueper-iw-100.html

Thread von Patrick Breitenbach

EX SPD jetzt Stiftung Klimaneutralität und des Sozial-Klimarates

Catiana Krapp Redakteurin für Energie-Themen beim Handelsblatt

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