Was ist ein Balkonsolargerät?

Eine Balkonsolargerät oder Steckersolar-Anlage (oder auch Plugin-PV-System, Balkonkraftwerk) besteht aus einem oder mehreren Solarmodulen (diese erzeugen in der Regel 30 – 60 Volt Gleichspannung) und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom in 230 Volt Wechselstrom umwandelt. Außerdem werden Kabel und eine Aufhängung oder Unterkonstruktion.

Der Strom fließt vom Solarpanel (blaue oder schwarze Platte) über Kabel zum Wechselrichter und dort durch die normale Steckdosen mit einem normalen Stecker in Hausnetz. Die Geräte im Haus verbrauchen zuerst den Strom dieser räumlich nächsten Stromquelle. Nicht benötigter Strom geht in Stromnetz und senkt die Netzkosten. Grafik: Captain Futura.

🎧 Hör dir unsere Vorsitzende im BZ Podcast an: https://www.badische-zeitung.de/podcast-solarstrom-vom-eigenen-balkon-wie-geht-das-und-was-bringt-s

Balkonsolar kann an vielen Orten, an denen es Sonne gibt genutzt werden. Es deckt meist den eigenen Dauerverbrauch von z.B. Kühlschrank und Router ab. Bei den großen elektrischen Verbrauchern wie Wasch- und Spülmaschine, Wasserkocher oder Staubsauger leistet das Balkonsolargerät einen Beitrag um den Strombedarf zu decken.

Balkonsolar ist sicher, Wechselrichter erfüllen die VDE Norm VDE-AR-N 4105 und schalten sich beim Herausziehen des Steckers in maximal 0,2 Sekunden ab. Es besteht keine Gefahr einen elektrischen Schlag zu bekommen. Und auch keine erhöhte Brandgefahr.

Allerdings sollte man unter der Obergrenze von derzeit 800W bleiben und keine Mehrfachsteckdosen zum Anschluss verwenden. Die Verfügbarkeit und Preise für Balkonsolargeräte haben sich deutlich verbessert. Ein Steckersolargerät mit zwei Solarpanels und einem Wechselrichter mit 800 Watt Leistung ist aktuell ab ca. 300 EUR erhältlich.
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Preise zu vergleichen und darauf zu achten, was im Lieferumfang enthalten ist.

Interview mit dem „Summer of 2030“, das schön auch die größeren und politischen Zusammenhänge von Balkonsolar beleuchtet.

Häufig werden die Halterungen extra berechnet. Das ist auch sinnvoll, denn nicht jede Halterung passt an jeden Balkon. Außerdem hängen viele Menschen ihr Steckersolargerät nicht an den Balkon, sondern nutzen das Flachdach ihrer Garage, bauen einen Solartisch oder stellen es in ihren Garten.
Besonders wichtig ist die sichere Befestigung der Solarpanels, damit diese bei Sturm nicht heruntergerissen werden. Bei Fachgerechter Montage auch durch Laien sind sie üblicherweise versichert.

Je nach Strompreis, eigenem Verbrauch und Kosten des Balkonsolargeräts amortisiert sich die Anschaffung in vier bis sieben Jahren durch den geringeren Bezug aus dem Stromnetz. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) bietet einen Amortisationsrechner.

Anmeldung

Bastler*innen können Balkonsolargeräte auch aus gebrauchten Solarpanels und neuen Kleinwechselrichtern bauen, da Solarpanels meist länger als 20 Jahre halten, das kann billiger sein als neue Geräte

Zwei Standardmodule an einem Haus in Freiburg Vauban

Wo bekomme ich Balkonsolargeräte?

Es sind aufgrund der vielen Angebote und Anbieter nur Tipps möglich und als Verein sind wir mit keinem Hersteller verbunden.
Inzwischen gibt es sicherlich Anbieter in ihrer Region, wo komplette Systeme vor Ort gekauft werden können

  • Entscheiden sie nach Qualität der Wechselrichter. Hierzu finden Sie eine gute Übersicht. Discounter waren in der Vergangenheit häufig eine Enttäuschung.
  • Beachten Sie Größe und Gewicht der Solarmodule, falls Sie ein System selbst abholen. (übliche Maße Solarmodul 400 Watt: 1755×1038 mm, Gewicht ca. 21 kg)
  • Mit Standardbefestigung und vorhandener Außensteckdose dauert eine komplette Montage und Inbetriebnahme in 2-4 Stunden.
  • Haben sie keine Außensteckdose? Inzwischen gibt es Fensterdurchführungskabel.
  • Eine Auswahl von Anbietern, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben.

Aufhängen und Anbringen

Es stellt es keine besondere Herausforderung dar, die verpolungssicheren Kabel des Steckersolargerätes zu verbinden und die Anlage über die übliche Schuko-Steckdose in Betrieb zu nehmen.

Die größere Herausforderung besteht darin, die Solarmodule wind- und absturzsicher zu montieren. Nutzen Sie deshalb zertifizierte Befestigungssysteme, die meistens bei einem SteckerSolar-Komplettsystem enthalten sind. Bitte beachten Sie, es gibt verschiedene Varianten für unterschiedliche Balkone!

Solarmodule liefern am meisten Strom, wenn sie ganz mit Sonne bestrahlt werden. Vermeiden Sie Schatten oder auch Teilschatten für einen längeren Zeitraum.
Kann aus irgendeinem Grund kein Solarmodul am Balkon befestigt werden und sollte es auch sonst keine Möglichkeit geben (Garten, Garagendach, Hauswand…), dann könnte der Solartisch eine Lösung sein, sofern genügend Platz dafür vorhanden ist. Diese Aufstellung ist auch sehr günstig selbst zu bauen, geeignete Tischbeine gibt es bereits ab 5 € im Bauhaus oder Möbelmarkt.
Steckersolargeräte sind auch in Vorgärten oder auf Flachdächern zu finden. Dafür gibt es fertige Gestelle. Sie ist einfach und schnell am Solarmodul montiert und wird auf dem Dach mit Gehwegplatten beschwert, so dass sie dem stärksten Wind standhalten kann.

Dank Solarpaket auch kein Poblem mehr: Dachsolar und Steckersolar!

Förderung

BalkonSolar rechnet sich auch ohne Förderung. Dennoch gibt es in vielen Städten, Gemeinden und einigen Bundesländern Förderung. Am besten auf den örtlichen Websiten nachschauen.

Upcycling und Selbst Zusammenstellen

Bastler*innen können Balkonsolargeräte auch aus gebrauchten Solarpanels und neuen Kleinwechselrichtern bauen, da Solarpanels meist länger als 20 Jahre halten, das kann billiger sein als neue Geräte.

Argumente dafür

Steckersolar ist günstig! 840 Watt Solarmodule plus Wechselrichter be- kommt man schon für 250-400 €, inkl. Montage- system sind es 50-100 € zusätzlich. Wenn man sich bei der Bestellung mit anderen zusammenschließt, wird auch der Speditionsversand günstiger. Gesamtpreise von 500 € sind realistisch. Vergleichsweise einfache Montage Viele haben Respekt vor der Montage, dabei ist sie, sofern Sie Komplettsysteme kaufen, in vielen Fällen nicht komplizierter als ein Ikea-Regal. Der Anschluss ist dabei das einfachste: Stecker in die Wandsteckdose und der Solarstrom fließt. Steckersolar passt an fast alle Orte Dadurch, dass Steckersolargeräte von jeder und jedem auf Garagen, an Fassaden, an Balkone, aufs Dach montiert oder in den Garten gestellt werden können, ist eine viel größere Teilhabe an der Ener- giewende möglich. Einfacher Einstieg für PV-Neulinge Für diejenigen, die den Aufwand und Kosten einer großen PV-Anlage scheuen, sind Steckergeräte eine gute “Einstiegsdroge”. Insbesondere, wenn die Stromerzeugung auf dem Handy getrackt werden kann, ist der Spaßfaktor groß. Photovoltaik wird sichtbar! Steckersolargeräte sind zwar klein, aber wenn sie an Balkonen hängen, sind sie viel auffälliger als Dach- anlagen. Die Energiewende wird also sichtbar und dadurch ansteckend. Denn es ist nachgewiesen: Wo eine Solaranlage steht, entstehen schnell weitere. Das gilt auch für Steckersolar. Stromverbrauch wird greifbarer Wer eine Steckersolaranlage hat, versucht möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen. Schließ- lich kriegt man keine Einspeisevergütung für den Strom, wenn er ins Netz fließt. Das bedeutet, dass Viele den Stromverbrauch ans an die Strompro- duktion anpassen. Das "Tracken" des eigenen Ver- brauchs erhöht dabei generell die Sensibilität für das Theme Energie. Steckersolaranlage kann beste- hende PV-Anlage ergänzen Wer schon eine PV-Anlage hat, kann trotzdem in ein Steckersolargerät investieren. Der Stromanbie- ter rechnet den zusätzlichen Strom der Mini-PV- Anlage einfach raus. (Mehr dazu: Seite 19) Seit 2024 ist die Anmeldung einfach wie nie Seit Mai 2024 muss man das Steckersolargerät nur noch im Marktstammdatenregister eintragen. Weniger Bürokratie bringt Freude.
8 gute Gründe für Steckersolar-Anlagen aus: Themenheft: Stecker- und Balkonsolar 1×1 des SFV unter: https://www.sfv.de/solarbrief-01-2024