Aus alten Solarpanels kann man viel machen. Martin F. hat uns eine Anleitung für Solarfensterläden zugeschickt.

Ausgangslage: Zweites Obergeschoss mit Küche nach Süden und drauf immer volle Sonne und diese uralten Holz-Klapp-Fensterläden außen am Fenster. Da muss man doch was mit Solar machen können?
Die Zutaten:
- 4x 100W Modul (100W, 19.5V, 5,6A) – 160€ – https://www.ebay.de/itm/366485566517
- 8x Scharnier 500×40 – 35,2€ – https://www.bauhaus.info/ladenbaender/stabilit-scharnier/p/10660794
- 4x Flachband-Fensterdurchführung Solarkabel mit MC4 kompatilben Stecker dran – 16€ – https://link.amazon/B0f4zxCUP
- PV Verlängerungskabel bzw. Solarkabel
- PV Y-Adapter für 2 Panels auf 1 Anschluss – da 2 Panelpaare montiert werden.
- Wechselrichter – hier ein Hoymiles 300 mit 1 Eingang, Startspannung 24V, MPTT Bereich 24-60V, es geht aber auch jeder andere gute Wechselrichter.
- 16x (M5 Schrauben, Unterlegscheiben für je Schraubenkopf + Mutter, selbstsichernde Muttern)
- Optional:
- 4x Fensteröffner Eisen – 6€ – https://www.bauhaus.info/flachverbinder/stabilit-verbindungsblech/p/10679259
- Verlegekanal für die Kabel am großen Fenster
Die Bauanleitung
Klappfensterläden verhalten sich wie Türen, haben einen Zapfen und benötigen ein Scharnier/Türband. Sie sind genauso einfach aus und wieder reinheben wie Zimmertüren – einfach nach oben herausheben, und beim einsetzen darauf achten, dass beide Metallstifte in den 2 Ösen des Panels stecken und nicht daneben.
Daher muss der Fensterladen einmal vermessen werden, wie hoch, wie breit er ist und ein passendes PV Modul gefunden werden. Die findet man etwa auf Kleinanzeigen, auch wir im Verein haben da inzwischen einen Fundus.
Bei Martin waren es 110x50cm. Zuerst wollte er etwas größere Module nehmen, ein 200W Modul. Aber so schreibt er uns weiter: Dies war mir dann zu schwierig von innen zum Fenster hinaus aufzuhängen, erster Stock wäre mit Leiter einfach gewesen.
Also nochmal geschaut und das 100 W Panel genommen mit 101x46cm. Spannung von einem Panel ist zu schwach für meinen Wechselrichter, daher müssen 2 Panels in Reihe geschaltet werden.

Nun muss ausgemessen werden, wie weit der Abstand zwischen den 2 Zapfen ist. Dieser Abstand X muss zwischen den beiden Bändern vorhanden sein – Oberkante Band 1 zu Oberkante Band 2 – Die beiden Scharnier-Ösen müssen vom Panel weg zu dir zeigen; sonst wird alles sehr eng an der Hauswand liegen.
Mir war wichtig, das die Bänder etwa mittig von oben/unten sind, ich bilde mir ein das hängt so am besten.

Auf dem Band und dem Panel anzeichnen, und erst das Band, dann das Panel bohren.
Besonders geschickt ist es, wenig Löcher im Band zu bohren, da dies Edelstahl ist und schwer zu bohren – HSS-C Bohrer z.B.
Beim Panel aufpassen, das nur das Alu gebohrt wird, möglichst mittig, und die Späne nicht über das Panel gekratzt werden.
Die ersten beiden Panels sind mit Schnur gegen den Fenster-Sicherungsstift gebunden, dass diese offen bleiben und nicht im Wind schwingen. Die nächsten beiden Panels erhalten noch ein Eisenband unten an den Rahmen. Ausmessen am Fenster, wie der Abstand von den Stiften zu dem Sicherungsstift sein muss, und dann am Panel den Abstand Y abmessen + bohren + schrauben.

Maße sieht man auf den Bildern und auch wie diese zusammenhängen.
Flachbandkabel durch Fenster legen, die optimalerweise nie geöffnet werden, innen an den Wechselrichter anschließen, einstecken fertig.
Damit man die Fensterläden wie bisher verwenden kann, lohnt sich das Band unten für den Stopper, und irgendein Verschluss-Mechanismus, ansonsten sind sie halt permanent offen. Für mich nicht relevant – ist mehr bohren und Montagematerial.
1 Panel-Paar liefert durchschnittlich 80-100 W an normal sonnigen Tagen im Oktober. Spitze waren bisher 120W in Franken.

